PolyacrylamidPolyacrylamid ist ein Oberbegriff für Homopolymere aus Acrylamid oder Copolymere mit anderen Monomeren. Es zählt zu den am häufigsten verwendeten wasserlöslichen Polymeren. Polyacrylamid liegt in Form weißer Granulate vor und lässt sich in vier Typen einteilen: nichtionische, anionische, kationische und amphotere ionische Polymere.
Anwendungen von Polyacrylamid in der Papierherstellung
Die Papierherstellung umfasst mehrere Schritte, darunter Aufschluss, Siebung, Reinigung, Mahlung und Formung. Dabei entstehen verschiedene Verunreinigungen wie Fasern, Füllstoffe und Feinanteile. Werden diese Verunreinigungen nicht vollständig aus dem Zellstoff entfernt, kann dies zu Problemen wie schlechter Entwässerung und geringer Papierfestigkeit führen. Polyacrylamid wird in der Papierherstellung hauptsächlich als Dispergiermittel, Retentionsmittel, Entwässerungsmittel, Flockungsmittel und Leimungsmittel eingesetzt.
I. Dispergiermittel
Die Zugabe eines Polyacrylamid-Dispergiermittels während der Papierherstellung verhindert wirksam das Verklumpen von Fasern und verbessert die Gleichmäßigkeit des Papiers. Bereits geringe Mengen fördern die gute Dispersion der Papierfasern und erzielen eine hervorragende Papierbildung. Zudem verbessert es die Faserstoffhomogenität und die Weichheit des Papiers und erhöht dessen Festigkeitseigenschaften. Es eignet sich für diverse Haushaltspapierprodukte wie Toilettenpapier, Servietten, Kosmetiktücher und andere dünne Papiere. In einigen Papierfabriken kann es Polyethylenoxid (PEO) vollständig ersetzen.
II. Retentionshilfe
PAM wird in der Papierindustrie häufig als Retentionsmittel eingesetzt, um die Faserretentionsrate zu erhöhen und die Abwassermenge zu reduzieren. Sein Wirkprinzip beruht auf der Bildung großer Flocken mit kleinen Partikeln, die sich leicht durch Filtration oder Sedimentation aus dem Zellstoff entfernen lassen.
III. Entwässerungshilfe
PAM kann auch als Entwässerungshilfsmittel im Papierherstellungsprozess eingesetzt werden. Es erhöht die Entwässerungsrate und ermöglicht so eine schnellere und effizientere Entwässerung des Papiers in der Papiermaschine. Dies trägt dazu bei, die Produktionsgeschwindigkeit zu steigern und den Energieverbrauch durch Verkürzung der Trocknungszeit des Papiers zu senken.
IV. Schlichtemittel
In einigen Fällen wird Polyacrylamid als Leimungsmittel bei der Papierherstellung eingesetzt, um das Eindringen von Wasser und anderen Flüssigkeiten in das Papier zu kontrollieren. Dies trägt dazu bei, gewünschte Eigenschaften wie Wasserbeständigkeit und Farbaufnahme zu erzielen, insbesondere bei Anwendungen, bei denen das Papier Feuchtigkeit oder Druckprozessen standhalten muss.
V. Flockungsmittel
Bei der Abwasserbehandlung in Papierfabriken kann Polyacrylamid als Flockungsmittel eingesetzt werden, um Schwebstoffe und Schadstoffe aus dem Abwasser zu entfernen. Es trägt zur Bildung größerer Partikel, sogenannter Flocken, bei, die anschließend leicht durch Sedimentation oder Filtration abgetrennt werden können. Dies trägt zur Reduzierung der Wasserverschmutzung und zur Verbesserung der ökologischen Nachhaltigkeit der Papierindustrie bei.
Die vielseitigen Eigenschaften von Polyacrylamid machen es zu einem unverzichtbaren Zusatzstoff in der Papierindustrie. Es trägt zu höherer Effizienz, verbesserter Produktqualität und optimierten Eigenschaften von Papierprodukten bei. Die Anwendung von Polyacrylamid erstreckt sich über die gesamte Wertschöpfungskette der Papierherstellung, von der Papierproduktion bis zur Abwasserbehandlung. Es verbessert nicht nur die Qualität und Produktionseffizienz von Papier und senkt die Produktionskosten, sondern leistet auch einen positiven Beitrag zum Umweltschutz.
Veröffentlichungsdatum: 21. März 2025

