Die kurze Antwort lautet: Ja. Cyanursäure senkt den pH-Wert von Poolwasser.
CyanursäureCyanursäure ist eine echte Säure, und der pH-Wert einer 0,1%igen Cyanursäurelösung beträgt 4,5. Sie erscheint nicht besonders sauer, da der pH-Wert einer 0,1%igen Natriumbisulfatlösung bei 2,2 und der einer 0,1%igen Salzsäurelösung bei 1,6 liegt. Es ist jedoch zu beachten, dass der pH-Wert von Schwimmbädern zwischen 7,2 und 7,8 liegt und der erste pKa-Wert der Cyanursäure 6,88 beträgt. Dies bedeutet, dass die meisten Cyanursäuremoleküle im Schwimmbecken ein Wasserstoffion abgeben können und die pH-Wert-senkende Wirkung der Cyanursäure derjenigen von Natriumbisulfat, das üblicherweise als pH-Senker verwendet wird, sehr ähnlich ist.
Zum Beispiel:
Es gibt ein Freibad. Der pH-Wert des Poolwassers beträgt anfänglich 7,50, die Gesamtalkalität 120 ppm und der Cyanursäuregehalt 10 ppm. Alles ist in Ordnung, bis auf den fehlenden Cyanursäuregehalt. Wir geben 20 ppm trockene Cyanursäure hinzu. Cyanursäure löst sich langsam auf, üblicherweise innerhalb von zwei bis drei Tagen. Nach vollständiger Auflösung beträgt der pH-Wert des Poolwassers 7,12 und liegt damit unter dem empfohlenen unteren Grenzwert von 7,20. Um den pH-Wert anzupassen, müssen 12 ppm Natriumcarbonat oder 5 ppm Natriumhydroxid hinzugefügt werden.
Mononatriumcyanurat (flüssig oder als Suspension) ist in einigen Schwimmbadfachgeschäften erhältlich. 1 ppm Mononatriumcyanurat erhöht den Cyanursäuregehalt um 0,85 ppm. Da Mononatriumcyanurat schnell wasserlöslich ist, lässt es sich einfach anwenden und erhöht den Cyanursäuregehalt im Schwimmbadwasser rasch. Im Gegensatz zu Cyanursäure ist flüssiges Mononatriumcyanurat alkalisch (der pH-Wert einer 35%igen Suspension liegt zwischen 8,0 und 8,5) und erhöht den pH-Wert des Poolwassers leicht. Im oben genannten Pool würde der pH-Wert nach Zugabe von 23,5 ppm reinem Mononatriumcyanurat auf 7,68 steigen.
Vergessen Sie nicht, dass Cyanursäure und Mononatriumcyanurat im Poolwasser auch als Puffer wirken. Je höher der Cyanursäuregehalt ist, desto geringer ist die Wahrscheinlichkeit einer pH-Wert-Schwankung. Überprüfen Sie daher bitte erneut die Gesamtalkalität, wenn der pH-Wert des Poolwassers angepasst werden muss.
Beachten Sie außerdem, dass Cyanursäure ein stärkerer Puffer als Natriumcarbonat ist, sodass zur pH-Wert-Einstellung mehr Säure oder Lauge hinzugefügt werden muss als ohne Cyanursäure.
Für ein Schwimmbecken mit einem Anfangs-pH-Wert von 7,2 und einem Ziel-pH-Wert von 7,5, einer Gesamtalkalität von 120 ppm und einem Cyanursäuregehalt von 0 werden 7 ppm Natriumcarbonat benötigt, um den Ziel-pH-Wert zu erreichen. Wenn der Anfangs-pH-Wert, der Ziel-pH-Wert und die Gesamtalkalität von 120 ppm unverändert bleiben, der Cyanursäuregehalt jedoch auf 50 ppm erhöht wird, werden nun 10 ppm Natriumcarbonat benötigt.
Wenn der pH-Wert gesenkt werden muss, hat Cyanursäure eine geringere Wirkung. In einem Schwimmbecken mit einem Ausgangs-pH-Wert von 7,8 und einem Ziel-pH-Wert von 7,5, einer Gesamtalkalität von 120 ppm und einem Cyanursäuregehalt von 0 werden 6,8 ppm Natriumbisulfat benötigt, um den Ziel-pH-Wert zu erreichen. Bleibt der Ausgangs-pH-Wert, der Ziel-pH-Wert und die Gesamtalkalität von 120 ppm unverändert, wird aber der Cyanursäuregehalt auf 50 ppm erhöht, reichen 7,2 ppm Natriumbisulfat aus – eine Erhöhung der Natriumbisulfat-Dosierung um lediglich 6 %.
Ein weiterer Vorteil der Cyanursäure ist, dass sie keine Ablagerungen mit Calcium oder anderen Metallen bildet.
Veröffentlichungsdatum: 31. Juli 2024